Bier-Praline
Vom Wallberg schallt der Heimatjodler,
im Tale kurvt der Wies’n-Odler,
dumpf tönt es aus dem Unterholz:
Mia san von Rottach, mia san stolz.
So läuft in Rottach halt das Leben,
ois taat‘s net no’ was anders geben.
Doch aufgemerkt auf Rottachs Bühne:
Auftritt der neuen “Bier-Praline”.
Sie schmeckt a’m Buam und a dem Mädel,
ma’ kriagt davo’ koan dumpfen Schädel.
Hier wird bedient in einem Fluss:
Die “Lutscherei”, der “Biergenuss”.
Sensibler Gaumen wird verführt
und höchst verwundert irritiert.
Bald schmeichelt‘s süass, dann mundet‘s bitter,
- für‘n Gaumen ein Geschmacksgewitter.
Wo süss und würzig konkurrier’n,
doch keine Dominanz verlier’n,
entfaltet sich gewürzter Riese,
Pralinengruss vom Paradiese.
Die “Bier-Praline” hat ‘s in sich,
doch betrunken wird man nicht.
Das Aroma dieser Konfitür’
besticht in Pflicht und auch der Kür.
Nach Rottach seither Jeden führt,
der wo nach “Süass” und “Bierg’schmack” giert.
Wer selber glaubt, er mag koa Bier,
der findet seine Ausred’ hier !
Und wer da moant, er kriagt a’n Rausch,
der unterliegt Gedankentausch.
A Halbe-Krüagl wäre müssig:
Die “Bier-Praline” ... is’ net flüssig !
Geschmack und Würze all zusammen,
verleih’n “Criollo” ihren Namen.
Die “Bier-Praline” fein und zart,
- ein Plus für Rottachs Lebensart.
Ludwig M. Brandl
Autor von „Heisser Schmarrn ... für die Ewigkeit“
ISBN 3-935977-35-2 |